Pressemitteilung vom 25.04.2005
WER LIEBT, RISKIERT ZU LEIDEN –
WER NICHT LIEBT, LEIDET SCHON.
Wir freuen uns, dass am 27. April unsere Produktion „Nachbarinnen“ in den deutschen Kinos startet. In dem Debutfilm von Franziska Meletzky spielen Dagmar Manzel, Grazyna Szapolovska und Jörg Schüttauf die Hauptrollen.
Genre: Drama
Laufzeit: 88 Minuten
Format: Super-16, Farbe, auf 35 mm ausbelichtet
Die Geschichte zweier Frauen über die Sehnsucht zu lieben und geliebt zu werden. Das Regiedebüt von Franziska Meletzky ist ein tragikomisches Beziehungsdrama im Stil der Neuen Berliner Schule.
Die alleinstehende Paketfahrerin Dora (Dagmar Manzel) lebt zurückgezogen in einem Leipziger Plattenbau und meistert ihren Alltag mit trockenem Humor. Ihr ruhiges, geordnetes Leben gerät aus den Fugen, als sie ihre geheimnisvoll-faszinierende polnische Nachbarin Jola (Grazyna Szapolowska) verstecken muss. Jola ist überzeugt, im Affekt getötet zu haben. Widerwillig nimmt Dora sie bei sich auf – doch Jolas Faszination kann sie sich nicht entziehen. Doras Vertrauen zu dieser direkten, impulsiven Frau wächst - gerade weil Jola genau die Fragen stellt, die sich sonst keiner zu fragen wagt. Da erfährt Dora, dass sich die Vorwürfe gegen Jola komplett zerschlagen haben. Doch anstatt Entwarnung zu geben, belügt Dora Jola sogar über den Stand der Polizeiermittlungen, um ihre polnische Nachbarin bei sich zu behalten...
Ausgehend von dem Wunsch, ihre Protagonistinnen in die enge Beziehung eines Kammerspiels zu setzen, wählte Franziska Meletzky als Hauptmotiv ihres Spielfilmerstlings NACHBARINNEN eine kleine Plattenbauwohnung in Leipzig-Mockau, dem Ort, an dem sie selbst aufgewachsen ist.
NACHBARINNEN ist eine Co-Produktion der EIKON und JUNIFILM sowie HFF „Konrad Wolf“ und dem Rundfunk Berlin-Brandenburg und wurde von der Mitteldeutschen Medienförderung und dem Filmboard Berlin-Brandenburg gefördert. NACHBARINNEN ist der Diplomfilm von Franziska Meletzky, Alexandra Czok (Kamera), Elke Rössler (Drehbuch) und Anke Hartwig (Produktion) an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg.
Statement der Regisseurin
„Ich glaube an die Liebe & ihre Möglichkeiten… aber wie sehen diese Möglichkeiten aus? Wenn ich von jemandem fasziniert bin, ihn vielleicht liebe, möchte ich denjenigen einfach halten. Wenn ich sage „Bleib“ – werd’ ich wahrscheinlich nicht gewinnen. Wenn ich sage „Geh“ werd’ ich verlieren. Schweigen ist die schlechteste aller Möglichkeiten. - Damit beschäftigt sich auf tragische wie auch komische Weise mein Erstling NACHBARINNEN.“
Weitere Informationen: www.nachbarinnen-derfilm.de
Bericht vom 03.02.2004
Gesammelte Presseberichte
NACHBARINNEN
„Die Zeit“ auf 3SAT, 02.02.2004
"Als Kammerspiel erzählt NACHBARiNNEN von einem minimalistischen Erdrutsch. Selten hat man jemanden so schön über seinen Schatten springen sehen."
(Katja Nicodemus, Kritikerin von "Die Zeit" auf 3SAT)
„Sächische Zeitung“, 02.02.2004
"Arbeit. Routine. Eleganz. Ganz nah liegen sie beieinander, wenn Dagmar Manzel als Paketzustellerin Dora ihren Dienst verrichtet. Nur wenige Minuten beobachtet man sie in Franziska Meletzkys Debütfilm "Nachbarinnen" bei der Arbeit und schon glaubt man, die Figur ein halbes Leben lang zu kennen. Ihre Kraft. Ihre Strenge. Ihre Einsamkeit. Und ihre Wut, wenn sie nach Feierabend mit der gleichen Routiniertheit zwei Teegläser in einen Sack steckt und auf der Tischplatte zertrümmert. Dora ist eine Frau, die mit beiden Beinen mitten im Leben steht und trotzdem nicht weiß, wohin mit sich und ihrer Sehnsucht.
Sie ist eine sehr typische Heldin des jungen deutschen Films, wie er sich beim Filmfestival Max Ophüls Preis präsentierte. Seit 25 Jahren bemüht sich das Festival in Saarbrücken nun mit Erfolg um den Filmnachwuchs aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Stand in den letzten Jahren oft die Identitätssuche von Jugendlichen im Fokus, interessieren sich die jungen Filmemacher heute mehr für die Sorgen der Erwachsenen. Die Verunsicherung, bisher ein Privileg der Jugend, wird zum generationsübergreifenden Phänomen das sich bis in den Vorruhestand fortsetzen kann. In "Schultze get the blues" von Michael Schorr verlässt ein entlassener Bergarbeiter das soziale Abstellgleis und lässt sich von einer Blues-Melodie aus der anhaltinischen Provinz nach Louisiana führen. Beide Film - entstanden an der Potsdamer Hochschule für Film und Fernsehen - siedeln ihre Geschichten in Ostdeutschland an und erforschen das Lebensgefühl jenseits der Klischees von Glatzkopfbanden und Arbeitslosentristesse. (...)
(Martin Schwickert)
„Saarbrücker Zeitung“, 03.02.2004
"Franziska Meletzky erzählt die Geschichte der beiden Frauen mit Tempo und viel trocknem Humor. (...)
NACHBARiNNEN ist ein durchaus ernsthaftes Stück, das aber auch immer wieder lakonische Komik versprüht. Meletzky: ‚Egal, was ich mache, es ist immer ein bisschen Komödie dabei’. Dagmar Manzel ist die grandiose Hauptdarstellerin, in fast jeder Szene zu sehen, mit einer Mischung aus Verletzlichkeit und Schroffheit. (...)
NACHBARiNNEN ist genau beobachtet, präzise inszeniert und hervorragend gespielt. Ein tragikomischer Film über die Sehnsucht nach Liebe."
(Tobias Kessler)
epd-film, 03.02.2004
"NACHBARiNNEN hat die Qualität der Filme von Andreas Dresen, einen genauen Blick der Zeugenschaft auf die ostdeutsche Wirklichkeit und hervorragende Schauspieler genau aus diesem Milieu: Dagmar Manzel, Jörg Schüttauf und die in Polen sehr bekannte Grazyna Szapolowska."
(Ulrich von Thüna)
„Neues Deutschland“, 03.02.2004
"Die Babelsberger Hochschule gestaltete diesmal eine Werkstatt Szenografie, und mit ihrem Abschlussfilm NACHBARiNNEN lieferte die gebürtige Leipzigerin Franziska Meletzky einen der gelungensten Wettbewerbsbeiträge. Milieu-echt in einem Plattenbau ihrer Heimatstadt angesiedelt, erzählt er von der Paketbotin Dora, die erst widerstrebend eine Polin aufnimmt, die sich zu ihr geflüchtet hat, weil sie nach einem vermeintlichen Totschlag an dem Gastwirt, bei dem sie kellnerte, ihre Abschiebung fürchtet. Allmählich entwickelt Dora, die, seitdem sie von ihrem Mann verlassen wurde, sich ganz abgekapselt hat, aber so viel Zuneigung zu der Nachbarin in Nöten, dass sie diese, als sich deren Unschuld herausstellt, gar nicht mehr ziehen lassen möchte.
Das Kammerspiel lebt nicht zuletzt von der Präsenz Dagmar Manzels und ihrer Partnerin Grazyna Szapolowska, zwei Profis, wie sie sich eine Regiedebütantin nur wünschen kann.
(Heinz Kersten)
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