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Justice

Gnadenlose Baugesetze - Omi soll ihr Haus abreißen!

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Für Bürger scheint der Kampf gegen ihr Bauamt oft aussichtslos
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Moderatorin Julia Scherf
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Dieses Haus soll abgerissen werden - nach 75 Jahren
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Christa Liedtke, Besitzerin des Hauses: "Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen."
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Moderatorin Julia Scherf: "Hausbesitzer haften auch nach Jahrzehnten für fehlende Papiere."
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Serie

  • Erstausstrahlung:
  • Länge: 30 Minuten
  • Sender: RTL

Produktion

  • EIKON Nord GmbH
  • Produktionsjahr: 2014
  • Produzent: Thorsten Neumann

Kontakt

Rentnerin Christa Liedtke (75) soll ihr Haus abreißen – das verlangt von ihr das Bauamt des Rheinisch-Bergischen Landkreises in der Nähe von Köln. Die Aufforderung kommt aus heiterem Himmel, seit 75 Jahren steht das Haus unbeanstandet an seinem Platz. Angeblich sei es 1939 ohne Baugenehmigung errichtet worden. Die erstaunliche Geschichte ist kein Einzelfall.

Die Initiative „Bürger gegen Behördenwillkür“ wehrt sich gegen die, wie sie finden, willkürliche Auslegung der Baugesetze und die mangelnde Information seitens der Ämter. Bundesweit sollen mehrere tausend solcher sogenannter Schwarzbauten betroffen sein. Das Prekäre: viele wissen überhaupt nicht, dass sie ein Haus einmal ohne Baugenehmigung gekauft haben.

Auch Christa Liedtke wäre nie auf die Idee gekommen, beim Hauskauf nach einer Baugenehmigung zu fragen. Jetzt soll sie abreißen, bis November 2014 hat sie Zeit dazu. Für Christa Liedtke bedeutet dies nicht nur den Verlust ihres Hauses mit einem Wert von ca. 250.000 Euro, sie hat auch die Kosten des Abrisses zu tragen.

Ähnlich dramatisch haben sich die Verhandlungen bei Ingrid Kruspe (64) abgespielt. Das Bauamt war zu Prüfung von Auflagen sogar mehrfach vor Ort und kontrollierte die Sickergrube, den Gastank und die Genehmigung für den Ausbau des Dachgeschosses. 2011 dann, nach fast 30 Jahren in dem Haus, kommt der fatale Brief: Das Haus sei nur für die Nutzung als Wochenend-Haus genehmigt, eine Nutzung als Wohnhaus sei nicht erlaubt. Frau Kruspe fragt: Wieso ist das den Behörden nicht früher aufgefallen? Das Haus ist nur noch die Hälfte wert, es zu verkaufen, bedeutet für sie den Ruin.

Die Justice-Folge „Gnadenlose Baugesetze“ zeigt die dramatischen Folgen einer rigorosen Auslegung der Baugesetze durch das verantwortliche Bauamt und den Kampf der Betroffenen dagegen.

AKTUELLER HINWEIS

In unserem Film beschreibt Martin Masurat von der Initiative "Bürger gegen Behördenwillkür" unter anderem eine geplante Parkplatzerweiterung, bei der es um den Erweiterungsbau des Kreishauses in Bergisch-Gladbach geht - für diesen neu anzulegenden Parkplatz stand die Rodung eines mehr als 1000 Quadratmeter großen Waldstückes im Raum, daher war der Plan sehr umstritten.

Nun hat es in dieser Angelegenheit eine Wendung gegeben, auf die die Redaktion an dieser Stelle unbedingt hinweisen möchte.Die angedachte Rodung des Waldstückes für die geplante Parkplatzerweiterung ist vorerst kein Thema mehr, der Kreistag des Rheinisch-Bergischen Kreises hat diesen Plan unterdessen abgelehnt.

Vertiefende Informationen entnehmen Sie bitte einem Artikel aus dem "Kölner Stadt-Anzeiger" vom 27./ 28. September 2014.

Kölner Stadt-Anzeiger

Der Rheinisch-Bergische Kreis schreibt dazu auf seiner Homepage:

Rheinisch-Bergischer Kreis

  • ModerationJulia Scherf
  • AutorRiccarda Voss
  • KameraFlorian Baurmann, Steffen Bohn und Alexandra Schnell
  • KameraErik Hartung
  • SchnittDaniel Probst
  • Musik/KompositionChristoph M. Kaiser
  • AnimationTina Obladen
  • ProduktionsleitungSusanne Gerriets
  • ProduzentThorsten Neumann
  • RedaktionStefan Suchalla