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Justice

Trennungskrieg

Justice
Moderatorin Julia Scherf
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Vera Gardhoff im verwaisten Kinderzimmer
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Kinderzeichung 1 - Papi mit ausgekratzten Augen
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Vater X. hat seine Kinder seit 9 Jahren nicht mehr gesehen
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Tinuviel M. musste nach der Trennung der Eltern ohne Vater aufwachsen.
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Justice

Serie

  • Erstausstrahlung:
  • Länge: 30 Minuten
  • Sender: RTL

Produktion

  • EIKON Nord GmbH
  • Produktionsjahr: 2014
  • Produzent: Thorsten Neumann

Kontakt

Herr X. ist geschieden, seine drei Kinder wohnen nur ein paar Straßen von ihm entfernt – dennoch hat er sie neun Jahre nicht gesehen. Nur wenige Erinnerungsstücke sind dem Vater geblieben, darunter zwei Bilder, die ihm seine Kinder gemalt haben. Man sieht darauf, wie Vater X. qualvoll zu Tode kommt.

Der dreifache Vater hat seinen Kindern nichts getan. Doch warum hassen ihn seine Kinder so? Herr X. sagt: „Die Mutter hetzt die Kinder seit Jahren systematisch auf.“ Im Fachjargon wird das PAS genannt, „Parental Alienation Syndrome“, zu Deutsch: Eltern-Kind-Entfremdung.

Früher waren vornehmlich Männer betroffen, doch mittlerweile gibt es auch immer mehr Mütter, die so ihre Kinder verlieren. Vera Gardhoff ist eine von ihnen, auch sie muss ohne ihren Sohn leben. Ein Jahr lang haben wir Vera Gardhoff und Herrn X. dabei beobachtet, wie sie in zermürbenden Gerichtsverfahren um ihr Recht auf Umgang mit ihren Kindern streiten. 

Wir reden auch mit betroffenen Kindern. Nicht selten kämpfen sie ein ganzes Leben lang mit den Folgen des sinnlosen Verlustes eines Elternteils in ihrer Kindheit. Tinuviel Mücklich, heute eine erwachsene Frau, musste als Kind nach der Trennung ihrer Eltern ohne Vater aufwachsen – die Mutter hatte den Kontakt boykottiert. Die Folgen: Schon als junges Mädchen beginnt sie sich selbst zu verletzen, erst ein Psychiatrie-Aufenthalt stabilisiert sie.

Ihrer Mutter macht Tinuviel Mücklich heute schwere Vorwürfe. Zwar konnte sie nach vielen Jahren endlich zu ihrem Vater zurückfinden, doch wieder bleibt ihr nur ein Elternteil: Das Verhältnis zur Mutter ist mittlerweile zerbrochen. 

Ein Film über drei besonders schlimme Fälle von psychischem Missbrauch an Trennungskindern.

  • ModerationJulia Scherf
  • AutorStefan Suchalla
  • KameraThomas Henkel
  • KameraErik Hartung
  • KameraKnut Beulich
  • SchnittDaniel Probst
  • Musik/KompositionChristoph M. Kaiser
  • AnimationTina Obladen
  • ProduktionsleitungSusanne Gerriets
  • ProduzentThorsten Neumann

Familienrecht

Das Familienrecht gehört zum Zivilrecht und ist im bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) angelegt. Es befasst sich mit allen Fragen, die mit der Ehe und der Familie zusammenhängen, also Eheschließung, Scheidung und Unterhalt.

Im vierten Buch des BGB, dem Familienrecht, finden sich aber auch alle Regelungen zu der Rechtsbeziehung der Eltern zu den Kindern, also das Sorgerecht, das Umgangsrecht, das Vaterschaftsrecht und das Recht des Kindesunterhalts. Das gerichtliche Verfahren ist in der Zivilprozessordnung (ZPO) und im Gesetzüber das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG) geregelt.

Die Elterliche Sorge haben grundsätzlich beide Eltern.

Das Sorgerecht regelt alle Rechte und vor allem Pflichten für ein Kind. Der Sorgeberechtigte kann die Entscheidungen über Vermögen und das Leben des Kindes führen, wie beispielsweise Schulangelegenheiten oder ärztliche Versorgung. Nach einer Scheidung erhalten in der Regel beide Elternteile das gemeinsame Sorgerecht.

Problematisch wird es, wenn die Eltern sich bei der Ausübung des gemeinsamen Sorgerechtes streiten. Dabei ist vor allen Dingen der Umgang beider Elternteile mit dem Kind ein häufiger Zankapfel. Das Minderjährige Kind hat einen Anspruch auf Umgang mit seinen Eltern. Dieses Recht legt fest, wie oft Eltern und Kind sich sehen. Kommt es zu keiner Einigung, kann das Familiengericht angerufen werden, den Umgang verbindlich festzulegen. Gängige Praxis ist, dass das Kind jedes zweite Wochenende und anteilig in den Ferien bei dem Elternteil verbringt, bei dem es nicht lebt. Aber das muss nicht so sein; die Eltern können auch mehr Umgang vereinbaren. Wenn ein Elternteil den Umgang des Kindes mit dem andere Elternteil immer wieder stört, nicht akzeptieren kann, oder sogar vielleicht verweigert, kommt es zu nicht enden wollenden Gerichtsverfahren.

In diesem Fall müssen die Gerichte eine Entscheidung treffen. Hierzu wird das Jugendamt eingeschaltet, psychologische Gutachten werden eingeholt, die Kinder werden angehört und es wird immer wieder versucht, Umgangsregelungen zu finden, die für das Kind und sein Wohlergehen, beziehungsweise seine gesunde Entwicklung am besten sind. Denn bei allen allen gerichtlichen Entscheidungen soll das Kindeswohl im Vordergrund stehen. Wird der Kontakt zu wichtigen Bezugspersonen, zum Beispiel dem anderen Elternteil, verhindert, gilt dies als Kindeswohlgefährdung und berechtigt den Staat, in das Erziehungsrecht der Eltern einzugreifen.