David Spaeths Dokumentarfilm „Betrug“ eröffnet am 30. Oktober das DOKLeipzig. Er erzählt von einem Hochstapler, dessen Freude am Täuschen ins Kriminelle umschlägt. Gleichzeitig hinterfragt der Film subtil das bürgerliche Statusdenken und den Druck dazugehören zu müssen.

Bastian, ein arbeitsloser Einzelhandelskaufmann aus Halle, träumt vom scheinbar sorgenfreien Lebensstil der Eltern aus dem gesittet bürgerlichen Stadtteil München-Schwabing und von einem Platz für seinen behinderten Sohn im dortigen kommunalen Kindergarten. Um seinem Glück auf die Sprünge zu helfen, poliert Bastian seine Biografie auf – mit Erfolg. Nicht nur einen Kindergartenplatz, auch die Position als Finanzvorstand des Kindergartens erobert er sich. Angetan von seiner neuen Identität baut Bastian seinen Schwindel zu einem komplexen Lügenkonstrukt aus und verliert sich im Rausch des Rollenspiels.

Die Ereignisse werden im Film von sechs der betroffenen Elternpaare rekonstruiert, darunter auch David Spaeth und seine Partnerin. Jeweils zu zweit sitzen sie in Socken auf dem eigenen Sofa und wirken so leger wie fassungslos.

Eine Produktion von Eikon Südwest in Koproduktion mit dem SWR in Zusammenarbeit mit Spaeth Film. Gefördert durch MFG Filmförderung Baden-Württemberg und FilmFörderFonds Bayern.