EIKON-Nord-Autor Andreas Kuno Richter wurde am 13. Mai mit dem Medienpreis des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in der Kategorie Fernsehen ausgezeichnet.

Autor Andreas Kuno Richter erhielt 13. Mai für seine Reportage „Der verlorene Sohn“ den DRK-Medienpreis 2012 in der Sparte Fernsehen. Der Film ist eine Produktion der EIKON Nord im Auftrag von RTL in Zusammenarbeit mit der EKD.

In der Reportage setzen sich Jenaer Schüler in einem Videoworkshop mit dem Thema „Hass und rechte Gewalt“ auseinander. Ein Projekt des Streetworkers Thomas Grund, der seit den 80er Jahren in Jena arbeitet.  Seitdem hat er immer wieder Jugendliche vor seine Kamera geholt und mit ihnen gesprochen. In seinem Material finden die Schüler bisher unveröffentliche Filmaufnahmen der späteren Terroristen Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, die als Zwickauer Terrorzelle NSU bekannt wurden.

Im Laufe der Arbeit an dem Videoworkshop waren erstmals sogar die Eltern von Uwe Böhnhardt bereit, vor der Kamera darüber zu sprechen, wie Ihr Kind in rechtsradikale Kreise geriet: „Ich kann mir meinen Sohn nicht als eiskalten Mörder vorstellen, nicht mein Uwe“, sagt die Mutter zu den Jugendliche.

"Fast täglich sehen wir in den Nachrichten die drei Fotos der NSU Terrorverdächtigen. Die stetige Wiederholung bewirkt jedoch eher das Gegenteil dessen, was in aufklärerischer Absicht gemeint sein mag. Die Schüler der Videogruppe sagen selbst, dass eine ständige Repetition irgendwann zu Desinteresse verleitet. Ihr Ansatz der Aufarbeitung berührt Herz und Verstand gleichermaßen und ist deshalb umso eindringlicher und nachhaltiger.

Sachlich und unaufgeregt zeigt der Film von Andreas Kuno Richter, wie mit Rat und Tat, mit Mut und Kraft eine Auseinandersetzung mit dem Faschismus erfolgsversprechend verlaufen kann. Der Film war für die Jury nicht nur preiswürdig, sondern sollte darüber hinaus zum Pflichtbeitrag in allen Schulen werden" so der Journalist Rolf Sauerbier in seiner Laudatio.

Seit sieben Jahren würdigt das Deutsche Rote Kreuz mit dem DRK-Medienpreis journalistische Arbeiten in den Sparten Print, Hörfunk und Fernsehen, die sich mit den Grundsätzen des Roten Kreuzes beschäftigen: Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit, Universalität.

Der Preis wurde in Bremen in Anwesenheit von Bürgermeister Jens Böhrnsen und DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters verliehen. Durch den Abend führte die Botschafterin des Deutschen Roten Kreuzes, Maybrit Illner.