Dokumentarfilm

Bottled Life Die Wahrheit über Nestlés Geschäft mit dem Wasser

Synopsis

Eine Produktion von DokLab GmbH in Koproduktion mit EIKON Südwest GmbH und SCHWEIZER FERNSEHEN SRF SRG-SSR PACTE, ARTE G.E.I.E., WESTDEUTSCHER RUNDFUNK WDR.

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Wie verwandelt man Wasser in Geld? Es gibt eine Firma, die das Rezept genau kennt: Nestlé. Dieser Konzern dominiert den globalen Handel mit abgepacktem Trinkwasser.

Der Schweizer Journalist Res Gehriger macht sich auf, einen Blick hinter die Kulissen des Milliardengeschäfts zu werfen. Nestlé blockt ab. Es sei der falsche Film zur falschen Zeit, heisst es in der Konzernzentrale. Doch der Journalist lässt sich nicht abwimmeln. Er bricht auf zu einer Entdeckungsreise, recherchiert in den USA, in Nigeria und in Pakistan. Die Expedition in die Welt des Flaschenwassers verdichtet sich zu einem Bild über die Denkweisen und Strategien des mächtigsten Lebensmittelkonzerns der Welt.

Während die Weltbevölkerung rasant wächst, wird sauberes Wasser immer mehr zur Mangelware. "Bottled Life" dokumentiert das boomende Geschäft mit dem Trinkwasser in der Flasche und fokussiert dabei ganz auf den Leader der Branche: auf den Schweizer Nestlé-Konzern.

Nestlé besitzt weltweit über 70 verschiedene Wassermarken. Zu den bekanntesten gehören Perrier, San Pellegrino und Vittel, in der Schweiz auch Henniez.

Allein mit abgepacktem Wasser setzt Nestlé jährlich rund 10 Milliarden Franken um. Trotzdem ist Wasser eine Sparte, über die man bei Nestlé nicht gerne spricht. Das muss der Schweizer Journalist Res Gehriger erfahren. Die Nestlé-Manager verweigern Interviews. Aber Gehriger lässt nicht locker. Auf einer Recherche-Reise erfährt er, wie konfliktgeladen das Geschäft mit dem Trinkwasser ist.

Um Wasser zu verkaufen, muss man es zuerst besitzen. In weiten Teilen der USA, dem wichtigsten Absatzmarkt für Nestlés Wassersparte, gilt das "Recht der stärksten Pumpe": Wer Land besitzt oder gepachtet hat, darf auf seinem Grundstück soviel Wasser pumpen, wie er will – ohne Rücksicht auf seine Nachbarn. 

Im ländlichen US-Bundesstaat Maine hat Nestlé eine ganze Reihe von Quellgebieten aufgekauft. Dort schöpft der Konzern jährlich mehrere Millionen Kubikmeter Wasser ab und transportiert sie mit Tanklastwagen zu seinen Abfüllfabriken. In den Dörfer Fryeburg, Newfield und Shapleigh erlebt der Schweizer Journalist, wie Nestlé den lokalen Widerstand gegen die massive Wasserentnahme bekämpft: mit einem Heer von Anwälten, Lobbyisten und PR-Beratern. 

"Bottled Life" wirft ein Schlaglicht auf Nestlés Expansionsstrategie im globalen Wassermarkt. Während der Konzern in den USA und in Europa vor allem Quellwasser mit Herkunftsbezeichnung verkauft, hat er für die Schwellen- und Entwicklungsländer ein anderes Konzept: Dort gibt es "Nestlé Pure Life", gereinigtes Grundwasser, angereichert mit einem Mineralienmix nach Nestlé-Rezept. 

 Pure Life war Peter Brabecks Idee. Der Nestlé-Stratege lancierte das Produkt 1998. Heute ist Pure Life bereits das meistverkaufte Flaschenwasser der Welt. 

Der Schweizer Journalist reist nach Pakistan, das Nestlé als Testmarkt diente. Während Nestlé ihm den Zutritt zur Pure-Life-Produktion verweigert,  lehrt Gehriger die Situation der Menschen kennen, die im Dorf ausserhalb des Fabrikzauns leben. Hier ist der Grundwasserspiegel rapid gefallen und das Wasser aus den Brunnen der Einheimischen zur übelriechenden Brühe verkommen. 

"Nestlé Pure Life" ist ein cleveres Business-Modell, gerade in den Ländern des Südens. Dort, wo die öffentliche Wasserversorgung versagt, stellt Flaschenwasser eine zwar kostspielige, aber sichere Alternative dar. In Lagos zum Beispiel, der Megacity Nigerias, hat Wasser immer einen Preis. Der Film zeigt, dass die Vision einer Stadt, in der alle für Wasser zahlen müssen, hier bereits Realität geworden ist. Die Familien in den Slums von Lagos wenden die Hälfte ihres Budgets dafür auf, Wasser in Kanistern zu kaufen. Die Oberschicht trinkt Pure Life.

Nestlé legt grossen Wert auf Imagepflege. Wenn es um Wasser geht, prägt vor allem Peter Brabeck das Bild des Konzerns. Schon als CEO, verstärkt aber nach seinem Wechsel ins Präsidium 2005, entwickelte er eine Kommunikationsstrategie, die mit Begriffen wie "Corporate Social Responsibility" (unternehmerische Sozialverantwortung) oder "Creating Shared Value" (gemeinsame Werte schaffen) operiert. Ist das gelebte Firmenphilosophie? Beim Überprüfen dieser Frage kommt Journalist Gehriger zu ernüchternden Einsichten. Am Schluss bleibt ihm das Bild eines Konzerns, der sich weltweit Rechte an Wasserquellen sichert, um den Wassermarkt der Zukunft zu dominieren.

Format: Dokumentarfilm
Erstausstrahlung: 11.09.2012
Länge: 90 Minuten
Sender: Regie: Urs Schnell
Produktion: EIKON Stuttgart
Produktionsjahr: 2012
Produzent: Christian Drewing (Eikon), Urs Schnell (DokLab), Dodo Hunziker (DokLab)

Stab & Darsteller
Regie
Urs Schnell
Autor
Urs Schnell, Res Gehriger
Kamera
Laurent Stoop
Schnitt
Sylvia Seuboth-Radtke
Produktionsleitung
Mette Gunnar
Produzent*in
Christian Drewing (Eikon), Urs Schnell (DokLab), Dodo Hunziker (DokLab)
Redaktion
Urs Augstburger (SRF), Urs Fitze & Alberto Chollet (SRG-SSR Pacte), Annie Bataillard & Christian Cools (ARTE), Jutta Krug (WDR)
Kontakt

Christian Drewing
EIKON Media GmbH
Niederlassung Stuttgart
Talstrasse 41
70188 Stuttgart
Tel. 0711-2483455
drewing@eikon-film.de

Mehr zum Thema

Homepage:www.bottledlife.wfilm.de/bottled_life/Start.html

Pressestimmen (Auswahl):

Bottled Life" zeigt, wie der Konzern agiert, wenn man ihn lässt.“, „erschütternde Machbarkeitsstudie
Zeit Online

www.mdr.de/brisant/video146914.html

Mehr Leitungswasser, als Wasser aus der Flasche!!“
ARD „Brisant“, Sendung vom 6.9.2013:

www.mdr.de/mediathek/fernsehen/a-z/artour100_letter-A_zc-2d357a04_zs-dea15b49.html

Der Kampf der Zukunft […] Der Kampf um ein Menschenrecht: Wasser."
„Bottled Life ist kein aufgeregter, kein anklagender Film. Er zeigt, was wir sonst nicht sehen würden. Das ist sein Verdienst.
"
MDR artour, Sendung vom 5.9.2013

www.rbb-online.de/rbbaktuell/index.html

Bottled Life ist ein gut recherchierter Dokumentarfilm, unaufgeregt und aufregend zugleich deckt er die Praktiken des Konzerns [Nestlé] auf. Es wird deutlich, dass es hier um einen existenziellen Kampf geht. Denn ohne Wasser kein Leben“.
RBB aktuell vom 11.9.2013

www.wdr3.de/filmundmedien/wasser132.html

unglaublich aufwändig und schön gedreht. Ein sehr filmischer Dokumentarstil“,
sehr raffinierte filmische Aufnahmen
WDR3 „Mosaik“, Sendung am 10.9. mit Urs Schnell im Interview

www.br.de/radio/bayern2/sendungen/kulturwelt/urs-schnell-bottled-life-100.html

Packender Dokumentarfilm
Bayerischer Rundfunk –„Kulturwelt“, Sendung am 11.9. mit Urs Schnell im Interview

www.dradio.de/dlf/sendungen/corso/2247258/

Spannend, ziemlich düster, herausragend!
Deutschlandfunk „Corso“

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